Das Elend mit der 16

Wie Sie sicher schon mitbekommen haben, bin ich Fußballfan. Genauer gesagt Fan des VfB Stuttgart. Was zur Zeit keine leichte Aufgabe ist. Der einzige Trost ist, dass es bei den großen Bayern grad auch nicht so wirklich rund läuft mit ihrem General Sieglos. Nein. Ich lese die Bild-Zeitung nicht.

Tja. Und jetzt stehen wir also auf Platz 16. Auf einem Relegationsplatz. Das Wort Abstieg will ich nicht in den Mund nehmen. Das hört sich nach Montagsspiel und Zweiter Liga an. Nach gähnender Leere im Stadion. Nach wenig internationalem Flair. Zur Zeit haben wir immerhin noch Gegner aus Sevilla oder Glasgow. Mal schauen, wie lange noch. Deshalb ist die 16 fußballtechnisch keine wirklich schöne Zahl.

Warten mir mal ab? Klar. Als VfB-Fan habe ich schon viele schlechte Zeiten erlebt. Da war die verhängnisvolle Saison 2000/2001 mit dem wirklich ganz knappen Beinahe-Abstieg, den Balas Freistoßtor verhindert hat. Ich erinnere mich an viele schlechte Matches. Auch daran, dass ich mehr als einmal heulend im Stadion stand. Nach einem bodenschlechten Spiel gegen Dortmund beispielsweise, das anschließend sogar in Fanrandalen gipfelte. Das Stadion damals übrigens noch keine Arena.

Ich liebe meine zweiwöchentlichen Ausflüge in die Landeshauptstadt auch dann, wenn der Tabellenplatz zweistellig ist. Während andere Damen lieber von einem Schuhladen zum nächsten bummeln, stehe ich sardinenartig zwischen allen anderen A-Block-Verrückten und brülle mir die Seele aus dem Leib. Ich mag das familiäre Gefühl, man kennt sich, man wartet aufeinander oder „spart“ sich einen Platz in der drangvollen Enge. Zur Zeit, ganz klar, müssen wir wohl noch eine Schippe drauflegen und noch etwas lauter brüllen. Aber das wird schon wieder. Und dann ist der Tabellenplatz bald auch wieder einstellig.

Der rote Fußball

Ein Gespräch unter Fachleuten. Peter betrachtet sich die aktuelle Sonderausgabe Bundesliga 2009/2010 der SportBild. Drauf ist Mario Gomez. Im Bayern-Dress. Folgender Dialog entwickelt sich.

Peter: „Der ist jetzt also tatsächlich bei Bayern.“

Ich: „Ja. Leider.“

Peter: „Darf ich ihn trotzdem noch lieb haben?“

Ich: „Klar. Er hat viel, sehr viel für den VfB getan.“

Peter: „Aber trotzdem ist er jetzt weg. Und wir haben wohl nur noch den Cacau.“

Ich (leicht erstaunt, wo hat das Kind das her?): „Hmmm…. ja…. aber sie suchen ja noch.“

Peter (leicht genervt von so viel Unverständnis seiner Mama): „Jaaa… schon…. aber wir finden ja auch nie, was wir suchen.“

Da hat der Junge recht. Der Dialog geht weiter.

Peter: „Spielt mein Mario jetzt echt nie mehr für den VfB in der Benz-Arena?“

Ich: „Sieht leider nicht so aus.“

Peter (macht einen traurigen Mund): „Das macht mich nicht glücklich. Der ist jetzt in dem Stadion, das aussieht wie ein roter Fußball. Und das ist leider in Bayern.“

Ganz reduziert hat diese Weisheit viel Wahres.