Lieber unbekannter Autofahrer,

vielen Dank, dass Sie mir am heutigen Donnerstag, 15. Dezember, 2011 meinen linken Außenspiegel demoliert haben. Danke natürlich auch dafür, dass Sie sich gleich gemeldet haben. Aber wenigstens haben Sie die umliegenden Kleinteile feinsäuberlich eingesammelt. Es hätte sich ja ein kleines Kind daran schneiden können. Danke für Ihren Charakter und Ihren Anstand, selbst verursachte Schäden unbürokratisch beheben zu wollen. Aber vielleicht ist Ihr Auto ja nicht versichert, oder Sie haben gar keinen Führerschein? Mein Sohn weiß jedenfalls mit sechs Jahren, dass man sich äußern muss, wenn man einem anderen etwas kaputt macht. Aber vermutlich sind Sie einfach eine A…nase und wissen das nicht. Hiermit habe ich es Ihnen gesagt! Ich wünsche Ihnen jedenfalls Pestbebeulen an den Hals und Frostbeulen an die Füße. Die Beule in Ihrem Kopf ist ja offensichtlich leerer als Nusplingen bei Nacht. Sollten Sie sich in den nächsten Tagen des nächtens mit einer fiesen Darmgrippe über der Kloschüssel krümmen, seien Sie sicher, dass ich es höchstpersönlich war, die Ihnen dieses Elend an den Hals gewünscht hat.

Danke auch an den hilfsbereiten Polizisten, der sich beschwert hat, dass ich nichts bieten kann, „bei dem wir Ermittlungen führen können, die vielversprechend sind und nicht nur unnötig Arbeit haben“. Sie haben mein Vertrauen in die Staatsmacht unglaublich gestärkt – auch wenn es nur um einen schnöden Außenspiegel links ging. Zum Glück. Nicht vorstellbar, ich wäre wirklich Opfer eines Verbrechens geworden.

Herzlichst,

Ihre Kasi

PS: Noch ein Autospiegel, der Aufruhr verursacht. Aber das war NICHT meiner, nur der Vollständigkeit halber sei dies angemerkt. Das ist der  FDP-Spiegel.