Kleine Probleme

Heute ein paar nachdenkliche Töne. Mein Gatte und ich, beide leidenschaftliche VfB-Stuttgart-Fans, waren gestern gemeinsam im Stadion, als der VfB 1:1 gegen Glasgow spielte. Weil wir eine Karte zurück bekommen haben, muss ich dieses übrig gebliebene Ticket noch los werden. Ich reihe mich also bei den Kassenhäuschen in die Reihe der Verkäufer ein. Haupttribüne Seiten, weit unten. An und für sich ein Top-Platz, den man spielend los kriegt. Dummerweise haben SEHR viele Verkäufer richtig gute Plätze. Ohne großes Jahrmarktsgeschrei bekomme ich mit Charme und Finesse meine Karte los, auch noch zu einem vernünftigen Preis. Dennoch nagt der Geschäftssinn in mir: „Kasi“, sagt der, „da wär‘ mehr drin gewesen“. Der Kasi-Mann kommt aus einer anderen Richtung und steht im Stau. Weil er meine Karte dabei hat, muss ich warten. Höre von draußen die Mannschaftsaufstellung. Die Einlaufmusik. Und ärgere mich, während ich auf und ab pilgere. Bis ich auf zwei der an Stadien mittlerweile obligaten Flaschensammler treffe. Ein gebückter Mann, der mühevoll all das Leergut, das die trinkfreudigen Fußballfans haben stehen lassen, einklaubt und in große Säcke verfrachtet. Dabei hat er einen kleinen Jungen, der die grüne, braune und durchsichtige Flaschen sortieren muss. Dieses Bild, Vater und Sohn beim Flaschensammeln, ist wie ein Schlag ins Gesicht für mich. Ich schäme mich zutiefst. Was für kleine Probleme habe ich in diesem Augenblick.

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