Kein Kaffee für Kasi

Ein normaler Morgen bei Familie Kasi. Peter ist als erster wach. „Hunger. Wann gibt’s Frühstück?“ Peters Papa duscht schon seit geraumer Zeit. Peter soll sich anziehen. Ich bin noch nicht wach und deshalb auch nicht wirklich ansprechbar. Peter: „Neee…. will heute nix Blaues.“ Super. Drei Viertel aller Klamotten vom Sohnkind SIND blau. Weil ich Klamottenspiele am Morgen hasse wie die Pest, biete ich ihm zwei Shirts zur Auswahl an. Mit mehr ist mein Kind definitiv überfordert. Eins ist orange, das andere grün. Peter entscheidet sich für das grüne. Zu meinem Leidwesen stark quasselnd. Sagen Sie mal, atmet mein Kind durch die Kiemen wie sein Onkel? Mein Mann duscht noch immer. Ich beschließe, um des lieben Friedens willen einen Kaffee zu trinken – zwecks Menschwerdung. Peter krakeelt: „Mamaaaaa…. heut ist Musikschule. Ich brauch den Ordner.“ Und ich eine Nervenklinik. „Ach ja…. und heut nicht schon wieder Baaaanane.“ Ich erkläre dem Sohnkind ruhig und gefasst, dass er mich vielleicht in 30 Jahren anbrüllen muss – aber noch nicht jetzt und schon gar nicht vor 7 Uhr in der Früh. Mein Mann? Duscht noch immer.

Ich schlurfe endgültig in die Küche. Zur Kaffeemaschine. Während diese freundlich vor sich ihn blubbert, stürmt meine bereits angezogene Männerschar in die Küche. „Warum hast Du schon Kaffee gekocht? Das mach doch ich immer…“, meckert der Kleine, und der Große: „Hast Du Socken gewaschen? Wenn ja, wo sind sie?“ Wo wohl. Entweder a) noch in der Waschmaschine. Oder b) im Trockner. Oder c) in einem Korb. c) ist der Fall. Der Kasi-Mann findet sogar zwei gleiche. Das Kind schreit nach Nutella-Brot und Kaba. Mein Mann möchte einen Tee – „nimm die Innere Ruhe.“ Oh ja. Peter wünscht sich eine Banane zum Vesper. Und ach ja, heute Mittag hat er eine Verabredung. Und im Kindergarten ist heute Raumfahrts-Projekt. Und Kinderkonferenz. Und gemeinsames Frühstück. Ich warte noch immer auf meinen Kaffee. Bin mit Vesper richten, Socken suchen, Nutella-Brot-Schmieren und Terminkalender-Merken vollauf beschäftigt. Mein Mann packt seine Aktentasche schaut mich in meinem Schlafanzug entgeistert an und fragt: „Sach mal, warum bist Du eigentlich noch nicht angezogen?“

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