Pfeifkonzert

Mann und großer Sohn schließen irgendwelche Computerzutaten an. Lauter Dinge, von denen ich wenig verstehe. Aus dem Nichts ist ein eklig durchdringendes Pfeifen zu hören.
Mann: „Oh Gott, was pfeift da? Was kaputt?!!“
Großer Sohn: „Hmm… das könnte vielerlei sein… Zum Beispiel….“ Es folgt ein sehr technischer Vortrag mit noch mehr Dingen, von denen ich keine Ahnung habe.

Auf einmal beginnt der Kleine zu glucksen: „Männer, das ist der Wasserkocher. Mama kocht Tee!“ So einfach kann’s sein.

Wie Weihnachten

Wie besinnlich ist die Weihnachtszeit. Dass ich eher ein Muffel bin, liegt weniger an Zimt und Plätzchen, sondern eher an vollen Terminkalendern. Doch das ist eine andere Geschichte. Heute wollen die Jungs Plätzchen backen. Zusammen. Das ist ebenfalls eine explosive Mischung, was  weniger an Mehl und Vanille liegt, als an einem Zuviel an Temperament. Auf beiden Seiten.

14.25 Uhr. Paul holt den Back-Ordner. Er entscheidet sich spontan für hochkomplexe Pistazie-Marzipan-Nougat-Tannen mit reichlich Glitzer. Oh nein.

14.30 Uhr. Pistazie, Nougat und Marzipan sind vom Tisch. Paul hasst Marzipan, Peter Glitzer. Ich bin beruhigt. Meine Einrichtung vermutlich auch.

14.35 Uhr. Peters Suche nach dem passenden Rezept langweilt Paul. Er spielt, dass der kleine künstliche Tannenbaum im Esszimmer brennt und fährt mit der Feuerwehr vor. Dabei versinkt ein Feuerwehrmann auf Nimmerwiedersehen im Baum. Paul brüllt.

14.40 Uhr. Ein Rezept ist immer noch nicht gefunden, dafür aber der verschollene Plastikmann. Der Baum lässt sich auseinander bauen. Ich Fuchs.

14.45 Uhr. Peter und Paul einigen sich friedlich auf Mürbeteig-Plätzchen, um die neuen Stempel aus der Nuss-Nougat-Creme auszuprobieren. Prima, denke ich. Narrensicher. Denkste.

14.50 Uhr. Das neue Rührgerät funktioniert prima. Der Teig spritzt bis an den Kühlschrank.

14.55 Uhr. Der Teig ruht endlich im Kühlschrank. Die Jungs streiten ein bisschen, um sich die Wartezeit zu verkürzen.

15 Uhr. Der Teig ruht noch immer.

16.30 Uhr. Teig wird ausgerollt. Die Plätzchen gelingen, die Stempel sehen schön aus. Friede in der Küche. Wie Weihnachten.

16.55 Uhr. Beim Backversuch laufen sämtliche Plätzchen zu einem großen Stück ineinander. Die schönen Stempel.

17 Uhr. Frau Kasi schneidet das Riesen-Plätzchen in kleine Quadrate. Nicht schön, aber unglaublich lecker. Halleluja.

Sweet Child o‘ Mine

Ich: Paul, Du räumst jetzt Dein Zimmer auf.
Paul: Nö. Habe ich keine Lust zu.
Ich: Paul, jeder muss aufräumen.
Paul: Weiß ich. Lust habe ich trotzdem keine.
Ich (schmeichelnd): Paulchen, komm‘ schon, räum‘ halt auf. Wir essen nachher noch ein schönes Eis in der Eisdiele.
Paul (über alle Maßen gelangweilt): Maaaaama, Du weißt doch, dass ich mich nicht erpressen lasse.
Tja. Was will man dazu noch sagen.

Eiskalter Hund

Kollektives Eisschlecken trotz Eiseskälte, passender Weise auch noch die Sorte „Eiskalter Hund“. Sohn 2: „Mama, mach‘ das Eis schnell auf. Es ist schon ganz erfroren.“ Ja, es ist wirklich kalt.

Schwere Wahl

Ich habe mich beim Entrümpeln am Auge gestoßen. Ein wunderbares Veilchen ist die gut sichtbare Folge. Wenig erfolgreich will ich den fiesen Bluterguss wegschminken. Der große Sohn beobachtet meine Versuche dazu aufmerksam und feixt.
Er: Schwere Wahl, was?“
Ich: „Hä? Welche Wahl?“
Er: „Die Entscheidung darüber, ob man aussehen will wie ’ne komische Tussi, die in der morgendlichen Dunkelheit in die Farbe gefallen ist, oder wie eine erfolglose Profi-Boxerin, die ihre Karriere besser beenden sollte.“ Ich entscheide mich für die dritte Variante: die Sonnenbrille.