Noch Fragen?

Wir sind bei zu einem schönen, großen Fest eingeladen. Demensprechend wird auch das Kind, sehr zu seinem Leidwesen, aufgehübscht. Für den Notfall nehmen wir aber Spielklamotten mit. Man weiß ja nie.

Nach kurzer Zeit beobachte ich meinen Sohn, wie er sich hingebungsvoll rosa Kreide auf die Wangen schmiert. Peter zieht sich freiwillig sein altes Zeug an: „Ist ja viel gemütlicher. Hab ich doch gleich gesagt, dass es sich nich lohnt, mich schön zu machen.'“

Wieder zehn Minuten später sind nicht nur des Sohnkinds Wangen rosa bekreidet, sondern das ganze Kind (natürlich inklusive Klamotten) ist voll mit kunterbuntem Kreidestaub. Alle anderen Kids sehen ähnlich aus. Folgender Dialog.

Ich (entgeistert): „Sag um Gottes Willen, was Du gerade machst.“

Peter (ungeduldig): „Maaamaaa…. komische Frage. Na malen natürlich.“

Ich (genervt): „Im Ganzkörpereinsatz?“

Peter (ungerührt): „Ich weiß gar nich was Du hast. Wir sehen zwar alle nicht mehr schön aus, aber wir sind friedlich, spielen ruhig und machen nicht den geringsten Krach. Noch Fragen?“

Nein Danke. Das war genau genug. Und Recht hat er ja obendrein.

Kunst kommt von Können

Bereits erwähnt – Peter ist unter die Künstler gegangen. Wir wundern uns: Bislang fiel unser Sohnkind nie durch übermäßigen Gebrauch von Klebstoff, Glanzpapier, Buntstiften, Fingerfarbe und Knetmasse auf. Aber man soll aufkommende Talente ja fördern, und deshalb kneten wir wie die Weltmeister.  Eine Frage gestatte ich mir jedoch an den Sprössling: „Warum gehst Du auf einmal so gern ins Künstlerzimmer?“ Peter schaut mich ganz entgeistert an: „Maaaama, na wegen der hübschen Mädle da.“ Nun ja. Soviel zu Talent. Kunst kommt halt von Können.

Fotos Peter und Blog 005