Schweiß in der Schlange

Ich bilde mir ein, ein höflicher und zuvorkommender Mensch zu sein. Stellt sich im Großmarkt jemand hinter mich und hat nur zwei Päckchen Zigaretten und eine Tüte Chips in der Hand, lasse ich ihn sofort vor. Komischerweise passiert mir das nie. Ich bin eine, die man nicht vorlässt.

Das liegt vielleicht auch im Entferntesten daran, dass es bei mir solche Minimal-Einkäufe nicht gibt. Wenn ich einkaufe – so einmal pro Woche – kaufe ich wirklich immer viel ein. Zuerst natürlichNahrungsmittel für unseren immer hungrigen und durstigen Drei-Mann-Haushalt: Die Palette reicht von Nudeln, gehackten Tomaten, Mehl, Mineralwasser über Backerbsen zu Gummibärchen und Pommes. Dazu kommen immer wieder einmal ein paar Zutaten für Handwerkervesper und die Kindergarten-Butterbrot-Tüten. Außerdem naschen wir alle verdammt gern. Macht wiederum viele bunte Päckchen auf dem Supermarkt-Förderband. Deshalb bin ich zum Unmut der hinter mir wartenden auch immer ewig und drei Tage mit Ausladen beschäftigt. Und habe gleichzeitig den Stress, das Zeug wieder in den Wagen zu kriegen. Ehrlich. Ich stand schon mit Schweißperlen auf der Stirn in der Schlange. Weil die Kassiererin immer schneller ist als ich. Klar. So eine lahme Ente lässt niemand freiwillig vor.