Holt mich hier raus

Sie haben das Dschungel-Camp angeschaut? Oder möchten Sie das verschämt für sich behalten? Ich gebe es offen zu: Ich habe es genossen, wie Giftspritze Giulia Siegel (die im wirklichen Leben ganz normal Julia heißt) von Spinnen angehopst wurde.  Dabei habe ich mich gefragt, wer da mehr gelitten hat… Ich habe zwar nicht jede Folge gesehen – für mein Schlafverhalten kam diese intellektuell hochstehende Sendung einfach zu spät -, aber ich habe mich oft gefragt, wieso sich jemand so etwas antun kann. Kohle hin oder her. Der „Dschungel“ in unserem Haus ist unser so genanntes „drittes Zimmer“. Warum „drittes Zimmer“? Wissen wir auch nicht so genau, stammt vermutlich aus meiner Zeit in einer Wohnung, die tatsächlich nur drei Zimmer hatte.  Ein Korb Wäsche, und spontan kommt Besuch? Hinein damit. Der Staubsauer wird später noch gebraucht? Tür auf, Tür zu, gut ist. Steuerunterlagen, die man noch sortieren muss? Kein Problem, das Zimmer hat einen großen Tisch. Und wenn zwischen Wäschekorb, Sauger und Ordnern noch Platz ist, finden auch ausrangierte Telefone, Computer-Mäuse, alte Drucker und Werkzeug-Utensilien ein Plätzchen. Ein Abenteuer-Spielplatz für unser Kind, bisweilen habe ich aber ernsthaft Sorge, dass er da drinnen spontan in einem Berg Weihnachtsschmuck von vor drei Jahren versinkt, sich in einem Kabelberg verheddert oder sich ganz schnöde etwas bricht. Und lauthals ruft: „…holt mich hier raus…“

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