Tschüss, Super-Mario

Meine Leser wissen, dass ich treuer Fußballfan bin. Treuer VfB-Stuttgart-Fan. Der VfB ist seit Jahren mein ein und alles. Ich habe eine Dauerkarte. Im A-Block. Ich bin jeden zweiten Samstag bis Dienstag heiser. Wenn der VfB verliert, ist das Wochenende versorgt. Ehrlich. Wahnsinnig, aber es ist halt so. Und dann hat jeder Club einen tollen Tormacher, einen super Torwart, einen besonders Pfiffigen oder eben ein „Everybody’s Darling“. Bei uns war das Mario Gomez (vielleicht auch nur für mich, aber das auf jeden Fall). Wenn Mario ein Tor oder mehrere geschossen hatte, freute sich bei uns das ganze Haus, als wäre es unser Sohn, Mann oder Schulfreund. Wir sprachen nicht „vom Gomez“, sondern vom Mario – gerade so, als ob er zur Familie gehörte. Mario war bei uns öfter präsent als mancher aus der Verwandtschaft. Das muss ich schon gestehen. Selbst unser Sohn verehrte ihn mit seinen knapp vier Jahren. In Peters VfB-Hierarchie kam Mario noch vor dem Fritzle, dem grünen VfB-Maskottchen. Obwohl letzteres bei Peter im Bett schläft – seit er auf der Welt ist. Das will was heißen – Mario war also nicht irgendwer.

Und nun geht unser Mario zu den Bayern. Das ist, als würde Dich Dein eigener Vater bei der Polizei wegen Rasens anzeigen. Oder Dein Sohn sagen: „Du bist nicht meine Mama.“ So etwas ist tragisch. Ja, ich gebe zu: Ich trage Trauer. Ich bin sauer. Ich bin wütend. Ich will unseren Mario schütteln und brüllen: „Warum tust Du uns das an?“ Ja, ich weiß. Mario hat schon zwei Jahre lang auf viel Geld verzichtet – zugunsten des VfB. Ich weiß dass. Ich bin Mario unendlich dankbar für seine vielen schönen Tore. Dafür, dass er Besserwisser-Raubein Maik Franz vom KSC „A…och.“ genannt hat. Dafür, dass er immer eine sichere Bank war. Ich bin kein treuloser Fan. Ich wäre nicht böse gewesen, wenn er nach England, Italien oder sonst wohin gegangen wäre. ABER NICHT ZU BAYERN. Das ist Verrat. Verrat. Verrat. Damit folgt er jetzt Klinsmann, Magath und Elber. Schade, Super-Mario! ich hätte bei einem Abschied in Deine Wahlheimat gern ein Transparent aus dem A-Block geschwenkt: „Alles Gute, Mario!“ Alles Gute wünsche ich Dir auf jeden Fall. Allerdings hätte ich das bei einem Abschied nach woanders lieber getan. Sorry.

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