Hoch und eng

Liebe Festgemeinde, nein, Zimmermann, das wäre nicht mein Traumberuf. Nicht weil ich etwas gegen die wackeren Handwerksleut‘ hätte – iwo, wie sie die Sparren auf unsere Mauern gebracht haben, verdient meine höchste Hochachtung. 1) habe ich eine Stauballergie, und beim Arbeiten mit Holz fällt einfach Staub an. 2) und das wiegt weitaus schwerer ist da die Höhe, in der die Arbeiten verrichtet werden. Ich habe es nicht wirklich mit Höhe oder Enge. Ich bekomme selbst im dritten Stock wacklige Knie, im Kino kriege ich Platzangst, wenn ich mitten in einer Reihe Platz nehmen muss. Ich mag es nicht, in Urlaub zu fliegen. Ich hasse Rundflüge an Volksfesten. Ich mag keine Kettenkarusselle oder ähnliche Fahrgeschäfte mit Namen wie „Wilde Maus“ oder „Hochdroben“. Ich fahre deshalb nicht in Anstalten wie den Europapark. Was soll ich da? Den ganzen Tag zittern und mit dem Magen kämpfen? Und wie gesagt, Zimmermann wäre eben auch nichts für mich. Es ringt mir allerhöchste Hochachtung ab, wie die flinken Männer in luftiger Höhe auf den Sparren tanzen und mit schlafwandlerischer Sicherheit aus viel Holz ein Dach zaubern. Das Kind und ich saßen staunend am Geländerand und bekamen einen steifen Nacken vom In-die-Luft-Gucken. Und dann flatterten die bunten Bänder meines Richtbaums in luftiger Höhe. Ein schönes Gefühl, wenn aus leeren Mauern ein Haus wird. Wir feierten ein spontanes Fest mit Würstchen, Bier und viel Erleichterung. Fortsetzung folgt.

Hausbau 087

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