Brei für den Teufel

Wir haben wieder Fasnet – schwäbisch-alemannisch also das, was anderswo Karneval oder Fasching heißt. Unser Dörflein hat eine Zunft; ich stamme zwar nicht von hier, gehe aber zum „Narren“, seit ich meinen Mann kenne. Also mittlerweile auch schon fast seit zehn Jahren.  Mir macht es Spaß, während der Umzug Schabernack mit den Zuschauern zu treiben (natürlich in Maßen :-)), kurz zu plaudern, Bonbonle abzugeben und dann weiterzuziehen. Manche Bekannte oder alte Schulfreunde trifft man exakt einmal im Jahr – auf der Fasnet.

Als dann vor gut vier Jahren unser Sohnkind das Licht der Welt erblickte, stand für uns gleich fest, dass der Zwerg mit zur Fasnet geht. Der bedauernswerte Wurm wurde also in seinem ersten Jahr als Erdenbürger gleich mit zu den Umzügen geschleift, dick verpackt im Wagen. Ich erinnere mich gut, ich hatte Muttermilch in einer Thermoskanne dabei und Karottenmatsch zum Warmmachen. Das Wasser dafür musste ich in einer Festzeltküche holen. Die Jahre danach verbrachte Peter die Umzüge in einem Buggy oder einem Bollerwagen. Oft verschlief er sie trotz großer Geräuschkulisse. Dass er bleibenden Schaden davon getragen haben könnte – diesen Eindruck gewann ich nie. Peter war seit jeher eine kleine Partyratte. Woher er das bloß hat?

Nun ja – all das mag übertrieben sein. Gestehe ich zu. Auch die Tatsache, dass ich meinem Männchen schon früh die Angst vor den Masken, den Larven, nehmen wollte – noch dazu, wo wir zu Hause eine Teufelsmaske haben, eine freundlich ausschauende zwar, aber halt trotzdem eine Teufelsmaske. Ab November saß stets der Fif (so nannte Peter den Teufel, er konnte Mephisto nicht sagen)  bei uns am Tisch. Er lebte mit uns, er aß mit uns, saß bei uns auf dem Sofa. Einmal hat Peter den armen Holzteufel sogar hingebungsvoll mit Dinkelbrei gefüttert, den ich großflächig abkratzen musste.   Der Fif durfte regelmäßig sogar in Peters Bettchen schlafen, was ich ganz rührend fand, eng umschlungen vom Thronfolger. Mittlerweile geht Peter gern mit zu den Umzügen. Gerade vorhin hatten wir Häsprobe. Nächste Woche ist Uraufführung. Narri, Narro!

Ein Gedanke zu „Brei für den Teufel

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