Dicke Indianer

Peter und ich schauen alte Bilder an. Bilder, auf denen sein Papa mit ungefähr drei Jahren zu sehen ist. „Peter, rate mal“, sag‘ ich wenig einfallsreich, „auf dem Foto ist Dein Papa drauf.“ Peter betrachtet das gelbstichige 70er-Jahre-Bild genau. Es ist an der Fasnet aufgenommen und gleicht rund einem Dutzend solcher Bilder, wie man sie wohl in jedem Fotoalbum finden kann und wie sie zu Hochzeiten gern als Bilderpräsentation gezeigt werden. Darauf zu sehen: ein alberner Cowboy. Ein weniger alberner Cowboy mit gewaltigem Schnauzbart. Ein Pilz, den sein Hut juckt und der dementsprechend unleidlich drein sc haut. Ein Cowboy, dem offenbar die Munition ausgegangen ist. Ein Clown, der nichts zu lachen hat. Dazu: ein kleiner Indianer mit, naja, Bauchansatz, dem sein prächtiger Kopfputz so schwer lastet, dass er ganz sorgenvoll drein blickt. Peter ist ratlos: „Du willst doch nicht etwa sagen, dass der kleine, dicke Indianer links mein Papa ist?“ Hmmm. Nun ja. Doch.

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