Asterix liebt Caro-Kaffee

Unser ganzes Haus, das habe ich hier auch schon mehrfach erwähnt, liebt Asterix, den kleinen, fixen Gallier. Der die blöden Römer versohlt, Obelix auf dem rechten Weg hält oder den beim Mistelnpflücken gestürzten Miraculix rettet. Der kleine Mops liebt vor allem die alten Asterix-Filme: „Ganz Gallien ist von den Römern besetzt…“ Ich persönlich, das sei nur am Rande erwähnt, war zum ersten bei einem Asterix-Film im Kino – und zwar mit meinem Papa. Es war Hochsommer, draußen hatte es weit über 30 Grad Celsius.. Ob mein Papa mich begleitete oder ich ihn? Man weiß es bis heute nicht. Spaß gemacht hat der Film auf jeden Fall uns beiden.

Die Liebe zu den alten Galliern und ihren Römer-Feinden setzte sich fort. Ich behaupte gar, wegen Asterix und Obelix später in der Schule sogar Latein gelernt zu haben. Während die Klassenkollegen, die Französisch genommen hatten, erste Sprachversuche machten, um Baguette zu kaufen oder Milchkaffee in großen Schüsseln zu bestellen, übersetzten wir mühevoll, wie sich Claudius und seine Freundin im Colosseum treffen wollen. Später widmeten wir uns Caesar, Seneca oder Ovid. Das war dann schon deutlich anspruchsvoller als die ungelenken Anbandelungen von Claudius im Colosseum.

Eine von Pauls letzten Kindergarten-Aktionen war ein besonderer Sturz, der in der Ambulanz endete. Als ich ihn abholte, warteten Paul samt Lieblingserzieherin schon am Tor auf mich. Paul hielt das rechte Handgelenk seltsam verdreht am Körper. „Wir hatten einen Sturz“, informierte man mich, „wäre vielleicht gut, wenn ein Arzt kurz draufgucken würde.“ Gesagt, getan. Paul wollte auf der Fahrt ins Krankenhaus nicht so recht rausrücken mit der Sprache, wie es zu seiner Verletzung gekommen war. Der nette Herr am Empfang an der Klinik bohrte ebenfalls nach: „Paul, wenn wir Dir helfen sollen, musst Du uns schon sagen, was passiert ist.“ Die Antwort, die mein Sohn ihm gab, rang ihm ein fettes Grinsen und den Ausruf ab: „Du hast jetzt echt meinen Tag gerettet! Das höre ich nicht oft!“ Paul hatte mit seinen Kumpels im Kindergarten tatsächlich Caesar gespielt. Er, Caesar, war beim Kommandieren der Legionen von der Mauer gefallen. Sein Handgelenk hatte Caesar-Paul zum Glück nicht gebrochen, sondern nur ordentlich geprellt.

In den aktuellen Corona-Zeiten fiel uns dieser lange zurückliegende Zwischenfall unlängst wieder ein. Paul hatte vor der Schulschließung und wegen der ständigen Lüfterei immer heißen Caro-Kaffee in einer Thermoskanne mit in die Schule genommen. Eines Tages kam er heim und stellte mir die komplette Kanne wieder hin: „Mama, heute hast Du gekocht wie bei Asterix, als er bei den Briten war.“ Ich sortierte mein Gedächtnis: „Warum? War der Caro zu dünn?!“. Und ob. Ich hatte dem armen Kind – zur großem Belustigung seiner asterixkundigen Freunde, tatsächlich heißes Wasser mitgegeben. Mit Milch und Zucker. Immerhin.

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