Wasserklare Angelegenheit

Ich trinke bekanntermaßen am allerliebsten das, was auf gut Schwäbisch „Hahnenwasser“ heißt. Also Wasser direkt aus der Leitung, ohne Blubber, Kohlensäure oder Gas. Mein Mann trinkt am liebsten Spezi oder Cola, hat jetzt aber festgestellt, dass das nicht gesund ist (!). Deshalb trinkt Herr Kasi seit geraumer Zeit mit Leidensbittermiene stilles Mineralwasser. Sohnkind Peter ist also der einzige, der sich noch mit der täglichen Ration Kohlensäure versorgt, weil er das „lahme Zeuch“ nicht mag.

Folgender Dialog.

Peter (deutet vielsagend auf mein Edelstein-Krüglein und Markus‘ Vittel-Flasche): „Maaaaama. Eigentlich bin ich ja der einzige, der noch Blubber-Wasser trinkt.“

Ich: „Jaaa. Schaut fast so aus.“

Peter (macht einen auf kompromissbereit): „Da könnt‘ ich doch eigentlich das Glas weglassen. Aus meiner Flasche trink‘ ja eh nur ich – Gläser, sagst Du, braucht man, weil aus Flaschen sonst ja auch andere trinken wollen. Aber wenn ich der Einzige bin, der Blubberwasser trinkt, ist das ja Quatsch. Dann musst Du weniger spülen.“ Eigentlich eine glasklare Sache. Trotzdem appelliere ich an die guten Tischmaniere. Im Hause Kasi werden weiterhin Gläser benutzt. Wo kämen wir denn da hin?

Aha-Erlebnisse

Ich sitze am Küchentisch auf einem unserer Hocker. Mein Kind krabbelt mir auf den Schoß und begutachtet die kleine Speckrolle, die die sitzende Körperhaltung mit sich bringt. Peter entsetzt: „Meno, Mama, bist Du fettig.“ Ein tolles Aha-Erlebnis.

Peter muss baubedingt baden. Er spritzt seinen Papa nass, der das wilde Kind nicht gebändigt kriegt und irgendwann brüllt: „PETER. DAS. IST. NICHT. LUSTIG!“ Peter stellt die Spritzerei kurzzeitig ein: „Doch, Papa, sehr.“

Wir sind auf einem Fest. Ein schwarzer Golf fährt her. Eine hübsche blonde Frau steigt aus. Peter brüllt: „Mama, das Auto gehört dem Rolf. Die Frau hat das geklaut.“ Ich bringe erst einmal das Kind zum Schweigen, obwohl ich ehrlich gesagt nicht einmal weiß, um welches Auto es sich dreht. Aber richtig: Das Auto, auf das mein Sohnkind zeigt, ist tatsächlich das von unserem Kumpel. Und die Frau, die soeben ausgestiegen ist, ist eindeutig als seine Mama zu identifizieren. Ich erkundige mich also, an was Peter das Fahrzeug erkannt haben will. Objektiv betrachtet kann er mit viereinhalb Jahren keine Kennzeichen lesen, und sind wir mal ehrlich, ein schwarzer Golf sieht dann doch aus wie der andere? Peter klärt mich auf: „Also Mama. Zuerst an den Felgen. Außerdem hat der Rolf einen VfB-Kleber unter dem einen Rücklicht. Und da ist auch der kleine Wimpel vorne am Spiegel.“ Als polizeilicher Zeuge wäre mein Kind unschlagbar.