Hello, Erwin Staudt

„Nach einem 2:0-Sieg schwätzt sich’s leichter, gell.“ Fußball-Fan Uwe Zellmer vom Theater Lindenhof begrüßte VfB-Präsident Erwin Staudt am Dienstag überaus herzlich zu den Literaturtagen.

Ebingen. Der Lindenhof-Präsident spielte augenzwinkernd auf den jüngsten Auftritt der Stuttgarter gegen Hertha BSC an. VfB-Präsident Staudt schmunzelte leise – er hatte sich selbst am meisten über den Heimsieg „seiner Buben“ gefreut.

Bei der Stippvisite Staudts in Ebingen stand die große Liebe zu Ball und Buch auf dem Programm – und die Frage, wo sich beides trifft. An ganz schön vielen Stellen, das wurde auf unterhaltsame Weise deutlich; Kicken und Lesen verbindet einiges. Schade war allenfalls, dass so mancher Platz leer geblieben war. Offenbar hatte das eisige Wetter die Fußballfans abgeschreckt. Fachkundig führten Stefanie Anhalt und Roland Heck durch den Abend; sie entlockten ihren Gästen so manches Geheimnis und lustige Anekdoten. Die „präsidiale“ Runde mit VfB-Präsident Staudt und Lindenhof-Präsident Zellmer vervollständigte Herbert Moser, der Präsident der Landesstiftung Baden-Württemberg. Dieser warb für sein Projekt „Kicken und Lesen“, das vom VfB unterstützt wird. Jungs lesen ander(e)s – aufgezeigt werden höchst erfolgreich Methoden, die aus eher lesefaulen Buben Bücherfans machen.

Mit einem Klischee wurde gleich zu Beginn aufgeräumt. Kicker, so betonte Erwin Staudt nachdrücklich, lesen nicht nur den „Kicker“: „Wir legen in unserer Jugendakademie großen Wert auf Bildung und einen ordentlichen Schulabschluss.“ Seine Spieler griffen in ihrer Freizeit oft zum Buch. Der einstige IBM-Deutschland-Chef Staudt liest ebenfalls gern – egal ob Martin Suter, Martin Walser, Schiller -„die beste Managerlektüre, die es gibt“ – und natürlich die Tageszeitungen. Uwe Zellmer wiederum kennt Fußball nicht nur aus seinem Programm „Schiller, Klinsmann und mir“, sondern war in seiner Jugend ein aufstrebendes Jungtalent, das gar beim FC Bayern München ein Probetraining absolvieren durfte. Verletzungspech beendete jäh die hoffnungsfrohe Karriere. Zellmer schoss dafür am Dienstag beim Torwandschießen alle anderen in Grund und Boden – man muss nur warten können.

Erwin Staudt indes feierte Wiedersehen – und zwar mit Bandleader Michael Petersen von „Just like Jazz“, die die Veranstaltung mit flotten Klängen umrahmten. Staudt, einst SPD-Kommunalpolitiker, und Journalist Petersen haben schon so manchen beruflichen Termin gemeinsam absolviert. Am Dienstag schmetterte der VfB-Präsident, begleitet von „Just like Jazz“, „Hello Dolly“ à la Louis Armstrong. Er ist halt ein Universaltalent, der VfB-Präsident.

kasi für  Zollern-Alb-Kurier

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