Wenn der auch nicht hört

Ein hektischer Tag. Spät vom Termin zurück. Im Sturmschritt eingekauft. Kind vom Kindi abgeholt. Wenigstens war der Thronfolger dankbar: „Super Mama, heut‘ war ich wenigstens mal nicht der Letzte.“ Danach mit fliegendem Schurz und unendlicher Hektik ein nahrhaftes und leckeres Mittagsmenü gezaubert. Während ich bis zu den Ellbogen in der Fleischmarinade stecke, klingelt das Telefon. Weil ich den Hörer ungern mit Chili-Sauce vollschlunzen will, weise ich das Sohnkind an, sich ordentlich zu melden und freundlich mitzuteilen, dass seine Mama gerade kocht und später zurückruft, er aber auf jeden Fall nach dem Namen fragen soll. Das Klingeln hört auf, Peter ist also am Telefon. Ich hingegen lausche angestrengt: „Meine Mama kocht. Du sollst später anrufen. Aber erst, wenn wir Mittagessen gehabt haben und Nachtisch gegessen haben.“ Okay. Sinngemäß kommt das ja einigermaßen hin. Ich frage, wer dran war: „Ein unhöflicher Mann. Er hat seinen Namen nicht gesagt. Ich meinen aber auch nicht.“

Exakt drei Minuten später dudelt das Telefon wieder. Peter brüllt in den Hörer: „Hab ich Dir nicht gesagt, dass Du später anrufen sollst? Dass wir erst Mittag essen? Und Nachtisch? Und dass die Mama kocht? Mensch.“ Wütend drückt er das Gespräch ab und meckert vor sich hin: „Wenn der auch nicht hört.“

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