Der Rocco kommt

Der Rocco kommt. Ich habe nach langem Hin und Her einen neuen Scirocco bestellt. Den Dreier. In der tollen Farbe Salsared. Mit Sportausstattung. Etwas prollig, aber was soll’s. Peter war bei der Probefahrt dabei, Peter kennt sich mit Autos sowieso super aus, seit er immer Ludolf und den DMAX-Checker guckt. Natürlich hat er mich bei der Farbauswahl beraten: „Das Weiß is bei Dir eh immer dreckig… und schwarz hatten wir schon…“ Stimmt beides auffallend. Wir haben sogar gemeinsam den Kindersitz getestet. Er passt gut rein und ist auch super einfach zu installieren. Okay, der Kofferraum könnte größer sein. Aber sind wir mal ehrlich. Keine Sau kauft einen Scirocco, um Lasten zu transportieren.

Ich gebe es zu: Ich freue mich auf den neuen Wagen. Seit ich Auto fahre (also seit ich 18 bin, was definitiv ein paar Lenze her ist), habe ich immer nur DIE Autos gefahren, die ich bekommen habe oder die ich aus irgendwelchen Vernunftsgründen gekauft habe. Erster Vernunftsgrund war meistens der Kostenfaktor. Dieses Mal habe ich dank des tollen VW-Journalistentrarifs genau DAS Auto, das ich mir zum Geburtstag wünschen würde. Deshalb ist meine Freude umso größer, denn der neue Rote stellt also so etwas wie einen Lebenstraum dar. Trotzdem würde ich meinen alten Rocco, die alte Lady, für nichts in der Welt hergeben. Einen Onkel gibt man ja auch nicht zur Adoption frei.

Selbstverständlich habe ich mich gut eingelesen. Abendeweise im Internet gesurft. Mir einen Scirocco-Bildband zugelegt. Pannenstatistiken gelesen. Den Checker geguckt. Und die Ludolfs :-). Als Peter und ich dann zum Probefahren erschienen, dachte der Verkäufer wohl, die junge Frau hätte sich 1) verlaufen 2) eine Panne oder 3) ein Kind, das dringend aufs Klo muss. Hätte alles sein können. Es war augenscheinlich, dass der schnittige junge Mann alles andere dachte, als er mich und das Sohnkind sah. Nur nicht an eine Probefahrt im Scirocco. Natürlich musste ich all meine Fragen los werden, die sich während meiner langen Abende am Computer aufgetan hatten. Ich fragte nach den besten Motoren. Der Farbskala. Den Sportausstattungen. Das Gesicht des jungen Herrn wurde immer ungläubiger. „Haben Sie sich eingelesen?“ – „Klar“, sagte ich keck, „glauben Sie, ich investiere viel Geld und hab keine Ahnung, für was?“ Das sah er ein. Staunte, als er hörte, dass ich noch einen alten Scirocco Scala aus dem Jahr 1988 besitze. Der nette Mann half mir toll weiter. Beantwortete all meine vielen Fragen mit engelsgleicher Geduld. Zeigte mir das ganze Auto. Servierte Peterchen zweimal Apfelschorle und mir zweimal Milchkaffee. Baute sogar den Rücksitz um. Zeigte mir das Reserverad und die tollen Sitze. Selbstverständlich. Die Probefahrt (dann ohne ihn) war klasse. Bei der Rückkehr erkundigt er sich: „Gibt’s zu dem jungen Mann auch einen Papa?“ Peter ungerührt: „Ja, meinen.“ Das hätten wir jetzt auch besprochen.

2 Gedanken zu „Der Rocco kommt

  1. Huhu, leider erst im MAI! Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude… 🙂 160 PS. Nur für mich. Das ist mehr als doppelt so viel als bisher. Und ich bin ja sowieso schon sehr strafzettelintensiv.

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