Herr Noci und der Alfon

Spaß mit den heimischen Produkten hatten Bello-Pedro, Herr und Frau Kasi in Italia natürlich auch. Während Frau Kasi Pasta in allen Variationen aß (sensationell mit Miesmuscheln!) und Herr Kasi Freude daran hatte, mal wieder Getränkedosen zu sehen, freute sich Peter vor allem über das Billig-Nutella im Hotel, das den schönen Namen „Nocita“ trug. Peter hatte daraufhin seinen Namen gleich weg: Herr Noci. Herr Noci entdeckte im Land von Ferrero und seinen feinen Küsschen jedoch nicht nur, dass es auch in Italien Billig-Nutella gibt, sondern auch seine Liebe zum Mau-Mau-Spielen.

Wie das immer so ist, wenn Familie Kasi etwas spielt, gibt es Streit über die Regeln. Das fängt bei Mensch-ärgere-Dich-nicht an, setzt sich übers Memory fort („Du hast geschummelt und die Karten extra so hingelegt…“) und erlebte beim Mau-Mau eine neue Blüte. Peter legte ein Ass und suchte nach einer Deckkarte. Diese gefiel Herrn Kasi nicht. „Doch“, beharrte Frau Kasi, die dank iPhone immer wieder mal gern Mau-Mau spielt, wenn der Termin zu lange dauert, „beim iPhone geht das.“ Peter gewann. Herr Kasi blieb beharrlich. Ein fröhliches Mau-Mau-Geplänkel über Asse, Deckkarten, Kreuz und Karo entspann sich. Peter half mir – klar. Vollkommen selbstlos. Er hatte durch meine iPhone-Regeln ja gewonnen. Irgendwann fragte Herr Kasi: „Sagt mal, Freunde der Sonne, über welchen Alfon redet Ihr eigentlich immer?“ Und an mich gerichtet: „Hast Du noch `nen Onkel, den ich nicht kenn´?“ Vollkommene Irritation meinerseits. Alfon? Nein. Gibt’s bei mir in der Familie keinen. Irgendwann prustet das Sohnkind heraus und piekst mich vorsichtig in die Seite, so diskret das mit sechs Jahren halt geht: „Maaaaama, der Papa meint, so glaub‘ ich, das i-Phone. Nicht den Al-Fon.“ iPhone und Alfon, ausgesprochen mit dem Rest vom Nachtisch in den Backen, klingen ziemlich ähnlich, so haben wir festgestellt.

DJ Ötzi am iPhone

„Warum heißen manche Sachen so komisch?“ Es ist nicht leicht, wenn man vier Jahre alt ist und einen keiner, aber wirklich keiner, versteht.

Itschi Dötschi – ein freundlicher, Mützen liebender Ballermann-Sänger namens DJ Ötzi. Der uns den tollen Hit vom „Stern, der Deinen Namen trägt“ beschert hat. Dieses Lied singt mein Sohnkind seit gut drei Jahren mit gleichbleibender Begeisterung. Trotzdem kriegt er es nicht auf die Reihe, wie der herzige Mützenträger heißt.

Ei-Fon – ein hochmodernes Mobilgerät, das nicht nur zu Ostern Hochkonjunktur hat: iPhone. „Weißt Du, das ist ein Spielgerät. Und telefonieren kann es auch.“

Lubi Lu – der Rächer von Witwcn und Waisen. „Weißt Du Mama, so ein Held, der die Reichen voll beklaut, um es dann den Armen zu geben“: Klar. Robin Hood, der Mann in Strumpfhosen. Allerdings in abgewandelter Aussprache: „Mama, kannst DU kein Englisch?“

Wir und das iPhone

Ich habe ein neues iPhone. Eigentlich haben es eher wir – Peter und ich. Peter hat das kleine Kistchen schon super im Griff und würde am liebsten jeden Tag tolle Handyspiele herunterladen (also die so genannten Apps), seine Stimme aufnehmen oder mal kurz navigieren, wo wir im Urlaub hinfahren. Dank eines sehr freundlichen Kumpels, der Peter stundenlang sein iPhone zur Verfügung stellte, damit der Thronfolger Monopoly spielen konnte, glaubt das Kind allerdings, ein iPhone sei eine Monopoly-Maschine, mit deren Hilfe man uneingeschränkt im Knast landet, Bahnhöfe kauft oder Einkommenssteuer abdrücken muss. Warum das Monopoly-Programm allerdings verlangt: „Rütteln Sie an Ihrem Gerät“, wenn man würfeln muss, ist mir bislang noch unerschlossen.

Lange Rede kurzer Sinn. Peter glaubt also, ich hätte jetzt eine Monopoly-Maschine. Als ich die Handykarte einbaue, fragt er, was das werde. Ich erkläre ihm, dass das zum Telefonieren ist. „WAAAAS?“ fragt der Zwerg: „Telefonieren kann es auch noch?“ Ich erkläre ihm, dass es einst Zeiten gab, in denen Telefone nur zum Telefonieren da waren, keine Kameras hatten und kein Navigationsgerät. Peter fragt: „Mama, DAS ist sicherlich schon GAAAAANZ lang her. Da nämlich, als Du noch jung warst.“