Fundsachen und Fundstücke

Wer so schusselig ist wie ich, kennt das Problem. Wer ein schusseliges Kind hat wie meines ebenfalls. In allen Fundämtern landauf landab bin ich wohl bekannt. Wenn ich ins Fitnessstudio gehe und Peter währenddessen in der Kinderbetreuung weilt, lassen wir bei durchschnittlich zwei Besuchen pro Woche drei Mal etwas liegen. Ich kenne die kleine Studio-Besenkammer, in der Fundarchivalien aufbewahrt werden, besser als meine eigene Küche. Ständig wird bei uns im Haus etwas vermisst. Derzeit sind es eine rote Mütze, unzählige Socken, eine Kindergarten-Tasche mit Benjamin Blümchen drauf und ein Toten-Hosen-T-Shirt. Außerhäusig sind ein Rucksack (steht bei der Tante meines Mannes in der Schweiz) und ein paar Adiletten. Nicht zu vergessen als jene Gegenstände, die wir im Auto spazieren fahren.

Gestern morgen habe ich ob solcher Schusseligkeit mit dem Fundamt unserer Gemeindeverwaltung telefoniert. Schließlich hatten die letztes Mal meine Sommerjacke. Dieses Mal hatte ich allerdings Pech mit meiner Anfrage – die Blümchen-Tasche war nicht vorort. Freundlich verwies man mich jedoch an die örtliche Sporthalle. Bei meiner Suche durch drei große, blaue Plastiksäcke fand ich die Blümchen-Tasche nicht. Wohl aber eine Mütze und eine Hose vom Sprössling und einen Schal. Immerhin. Auch wenn das Zeug peinlicherweise niemand vermisst hatte.

Brautschau

Peter macht sich zur Zeit sehr viele Gedanken, wie er mal lebt, wenn er groß ist. Welche Autos er fährt. Ob er auch mal ein Papa ist. Ob er dann immer noch in seinen Kindi kann zum Hallo-Sagen. Unlängst kam das Gespräch aufs Thema Verliebtsein.

Peter: „Bist Du in den Papa verliebt?“

Ich: „Ja klar! Sonst hätte ich ihn ja nicht geheiratet!“

Peter überlegt. Ich frage, ob er auch in ein Mädchen verliebt ist. Diese Frage empfindet mein Zwerg als Anmaßung und kichert peinlich berührt: „In ein Mädchen… naja…“ Trotzdem überlegt er, wen er mal heiraten könnte. Ich zähle hilfsbereit eine Reihe von jungen Fräuleins auf, die er mag.

Das wiederum geht dem Kind zu weit: „Ich such mir schon selber eine Braut.“