Peter und die Frauen

Peter hat diverse kleine Freundinnen aus dem Kindergarten. Mittlerweile beginnt auch das klassische Spiel „Mama-darf-ich-heute-Mittag-zu“. Häufig wird Peter dabei von jungen Damen eingeladen, die ihm dann voller Stolz Puppenhäuser, Puppenbadewannen, Kinderwagen und Babywippen vorführen. Eine Zeitlang fand Peter das ja auch ganz spannend – all diese Dinge führt sein Kleine-Jungen-Haushalt nicht, dafür aber Polizeiwachen, Playmobil-Handschellen, Räuber, die gerade einen Tresor knacken oder Bagger aller Art. Deshalb begann mein Sohnkind nun, alle jungen Damen zu SICH einzuladen. Kein Problem für mich. Meistens hüten sich zwei, drei, vier Kinder besser als ein gelangweiltes. Allerdings hatte ich die Rechnung ohne die jungen Fräuleins gemacht, die weit weniger besuchsforsch sind als mein Thronfolger. Beim Mittagessen entspinnt sich folgender Dialog.

Peter: „Weißt Du Mama, ich seh‘ echt nicht ein, dass ich meine ganzen Frauen ständig besuchen muss.“

Ich (verschlucke mich gerade am Gulasch): „Wie bitte?“

Peter: „Na ja, immer soll ich auf Besuch kommen. Die sollen jetzt auch mal zu mir und Polizei spielen.“

Ich (empanzipiert): „Da hast Du Recht. Gleiches Recht für alle.“

Peter: „Jaaaa… aber weißt Du. Die Frauen heutzutage sind soooo schüchtern. Woran liegt das?“

Ich: „Hmmm…. weiß ich auch nicht so genau. Vielleicht wollen sie nicht Polizei spielen.“

So ein Schleimer

Peter und ich gucken die Ludolfs. Uwe, der alte Charmeur, öffnet zwei Kundinnen die Tür und begrüßt sie mit den Worten: „Da stehen aber zwei hübsche junge Frauen.“ Nebenbei bemerkt: Die beiden sind weder das eine, noch das andere. Ich meckere: „So ’n Schleimer.“ Peter entrüstet sich: „Aber Mama. Bitte. Wenn das zwei hübsche, junge Frauen sind, wird man das ja wohl sagen dürfen.“

Peters Oma Schatz hat Geburtstag. Peter bastelt ihr mit ehrlicher, allumfassender Hingabe einen Gutschein. Natürlich braucht er jemandem, dem er den Inhalt diktieren kann. Dafür nimmt er seine andere Oma, die passenderweise am selben Tag Geburtstag hat. Auf Peters Geheiß schreibt Oma Lotte für Oma Schatz: „Gutschein für 1 X Stadtbummel mit Peter. Aber nur zum großen Spielwarenladen.“ Da hat jemand mal vollkommen uneigennützig geschenkt.

Brautschau

Peter macht sich zur Zeit sehr viele Gedanken, wie er mal lebt, wenn er groß ist. Welche Autos er fährt. Ob er auch mal ein Papa ist. Ob er dann immer noch in seinen Kindi kann zum Hallo-Sagen. Unlängst kam das Gespräch aufs Thema Verliebtsein.

Peter: „Bist Du in den Papa verliebt?“

Ich: „Ja klar! Sonst hätte ich ihn ja nicht geheiratet!“

Peter überlegt. Ich frage, ob er auch in ein Mädchen verliebt ist. Diese Frage empfindet mein Zwerg als Anmaßung und kichert peinlich berührt: „In ein Mädchen… naja…“ Trotzdem überlegt er, wen er mal heiraten könnte. Ich zähle hilfsbereit eine Reihe von jungen Fräuleins auf, die er mag.

Das wiederum geht dem Kind zu weit: „Ich such mir schon selber eine Braut.“