Ausnahmezustand auf Rädern

Es war ein Ausnahmezustand auf zwei Stollenreifen: Die Stadt Albstadt untermauerte am Wochenende eindrücklich, warum sie bundesweit als Mountainbike-Mekka gilt.

Albstadt. Preisfrage: Was ist, wenn die Hotelzimmer in der kompletten Region bestens gebucht sind? Parkplätze rund um das Tailfinger „Bullentäle“ Seltenheitswert besitzen? Ganz klar: ein Bike-Highlight namens Gonso-Albstadt-MTB-Classic. Die vielen tausend Besucher erlebten am Wochenende neuerlich ein Radsportereignis, das seinesgleichen lange suchen muss. Selbst das Nationalteam aus Uganda hatte etliche Fahrer angemeldet, musste allerdings kurzfristig wieder absagen. Laut Organisator Stefan Salscheider von Skyder Sportpromotion hatte offenbar nur der Präsident ein Visum bekommen…

Schade, aber nicht zu ändern. Dafür waren viele andere da: etablierte Profi-Sportler aus dem In- und Ausland, unzählige Nachwuchsfahrer, aufgeregte und mitfiebernde Zuschauer. Die Bundesliga-Starterliste las sich wie ein Who-is-Who. Die Teams reisten nicht nur aus dem nahen Ausland wie Schweiz und Österreich an, sondern auch aus Belgien, Russland, Dänemark oder sogar Isreal. Die Welt zu Gast in Albstadt – über 20 Nationen gaben sich ein Stelldichein.

Kein Wunder also, dass schon am frühen Samstagmorgen rund um die Zollernalbhalle, den Expo-Bereich und die Rennstrecke reger Betrieb herrscht. Laute Musik dröhnt aus den Boxen, die ersten Nachwuchsfahrer erhalten Siegersträußchen und Urkunden. Man fachsimpelt an den Ausstellungsständen in allen möglichen Sprachen über Material und Strecke, holt sich die erste Rote Wurst oder – der zeitigen Sommersonne sei Dank – eine Apfelschorle.

Stets mittendrin in dem radsportlichen Tumult: Organisator Stefan Salscheider. Gerade verfolgt er aufmerksam die deutsche U19-Nationalmannschaft, deren Junioren schon emsig mit Bundestrainer Peter Schaupp ihre Runden drehen. Schaupps Spitzname ist passenderweise „Speedy“. Schaupp, wie er selbst sagt, „ein alter Schwede“, und Downhill-Spezialist, kennt die MTB-Szene wie seine Westentasche. Der drahtige Grötzinger mit der grauen Mähne und dem lustigen Zöpfchen im Nacken fällt auch in Albstadt auf; selbstverständlich hat er schon lange vor allen anderen die Strecke mit dem neuen Abschnitt getestet: „Alles wirklich super.“ Seinen Schützlingen gibt er noch letzte Tipps oder hilft ihnen bei technischen Problemen auf die Pedale.

Peter Schaupps einziges weibliches Nachwuchstalent ist dieses Mal Vanessa Mosch aus dem nordrhein-westfälischen Landeskader. In Albstadt ist sie nicht zum ersten Mal am Start. Sie schwärmt vor allem vom tollen Flair: „Die Leute hier sind echt voll cool“, sagt das 17-jährige Nachwuchstalent und grinst. Der Bundestrainer mit dem schnellen Namen pflichtet bei: Die Rennen auf der Alb seien zweifelsohne etwas Besonderes. Dann geht selbst einem „Speedy“ die Zeit aus. Was steht auf Vanessa Moschs Weste? „Adventure begins today – das Abenteuer beginnt heute“. Dann nichts wie los.

kasi für Zollernalbkurier

MTB Classic 09 Motiv 1

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