Ich trage für die Hausarbeit ein altes T-Shirt mit Ottifant. Peter wundert sich über das seltsame Outfit an mir, findet aber – als alter Benjamin-Blümchen-Fan – das alte Hemd total gut. Eine Frage hat er allerdings: „Gibt es das auch in einer kleineren Größe?“ Aha. Danke schön.
Kategorie: Peter & Paul
Unser Sohn ist berühmt-berüchtigt für seine Bonmots, seine netten Sprüche und so manche Anekdote…
Nur Papa ist erwachsen
Peter und ich hatten heute beim Mittagessen ein höchst philosophisches Gespräch. Peter fragt: „Mama, was ist, wenn ich mal ein Papa bin?“ Ich: „Ich bin dann eine Oma.“ Peter entgeistert: „Nein, Mama, Du nicht. Du bist zu jung.“ Ich sage: „Doch. Ich auch. Auch ich werde älter.“ (Leider!) Peter darauf: „Wo wohne ich, wenn ich ein Papa bin?“ Ich: „Du hast bestimmt dann eine schöne Wohnung oder sogar ein Haus.“ Peter verzieht über einer Gabel Maultaschen sein Gesichtchen zu einem traurigen Mund: „Nein, Mama. Ich geh nie von Dir.“ Ich erkläre ihm, dass er bestimmt nicht immer bei mir bleiben will und dass das auch vollkommen okay ist. Er aber selbstverständlich so lange bei mir bleiben kann, wie er mag. Und dass ich immer seine Mama bin. Auch wenn er groß ist. Peter schluchzt herzzerreißend auf meinem Schoß: „Nein, ich werde einfach nicht groß. Ich will nicht groß werden. Allerhöchstens ein großer Bruder, aber kein Papa. Das wäre zu groß.“ Ich erinnere mich an Maffays Tabaluga („Ich wollte nie erwachsen sein… hab immer mich zur Wehr gesetzt…“) und tröste das aufgeregte Männlein: „Peter, groß sein ist nicht nur schlecht.“ – „Nein, das ist total doof und langweilig. Erwachsensein ist langweilig.“ Ich frage ihn: „Peter, sag mal, was glaubst Du eigentlich? Ist Deine Mama auch erwachsen?“ Peter guckt mich mit riesigen Augen an: „Mama? Du? Ne, gar nicht. Du bist doch nicht erwachsen. Höchstens der Papa.“
Schoki lindet Seelenqual
Peter ist bei den Nachbarskindern im Garten. Als diese mit ihren Eltern fort müssen, ist er untröstlich und weint herzzerreißend. Er kuschelt sich zu seinem Papa aufs Sofa und sagt mit charmantem Augenaufschlag: „Ich glaub, ein Stückchen Schokolade könnte meinen Schmerz lindern.“
Kann Gott Englisch?
Peter ist zur Zeit ein sehr vorsichtiges, mitunter sehr ängstliches Kind. Seit ein Bekannter gestorben ist und ich auf einer Beerdigung war, macht er sich nahezu täglich Gedanken darüber, ob und wer sterben könnte. Gestern Abend brachte ich ihn zu Bett. Als ich Gute Nacht sagte, fing er urplötzlich zu weinen an. „Mama, Du musst mir versprechen, dass Du heute Nacht nicht stürbst“, schluchzte das Männlein herzergreifend. Das versprach ich ihm. Ich versprach ihm das Selbe für den Papa, die Omas, die Opas. Dann kam ich auf die Idee, dass es den verschreckten, kleinen Kerl vielleicht beruhigen könnte, wenn ich ihm sage, dass der Liebe Gott heute Nacht auf uns alle aufpasst und er einfach ein schönes Gebet sprechen sollte. Peter betete für uns alle, dass wir gesund bleiben, dass es morgen Nudeln zum Essen gibt und die Schokolade nie ausgeht. Beruhigt kuschelte er sich an sein VfB-Fritzle. Als ich gerade das Zimmer verlassen will, brüllt es hinter mir. „Maaaami, wir haben noch was vergessen.“ Ich frage was. „Kann der liebe Gott Deutsch, oder hätte ich auf Englisch beten sollen? Nicht dass er mich nicht verstanden hat…“
Und es war (fast) Sommer

Peter beim Planschen in seinem noch nicht frühlingstauglichen Sandkasten. Natürlich unbeobachtet.
Das war ein Kreuz
Wir waren heute ja – siehe alter Beitrag – in der Kirche. Soeben kommen wir vom Sportplatz heim. Dabei müssen wir an einem hölzernen Brunnen vorbei. Peter platscht mit den Händen in einem Wasserrest und fährt sich mit den nassen Händen übers Gesicht: „Ich mache mich heilig. Das war ein Kreuz.'“
Undank ist der Welt Lohn
Jeder, der Kinder hat, bekommt Panik bei diesem Satz: „Maaaami, muss dringend Pipi.“ Egal ob der P-Satz mitten im Einkauf erfolgt oder bei 130 auf der Autobahn: Er kommt nie zu einem passenden Zeitpunkt. Entweder ziehen hernach hochgestylite Verkäuferinnen desinteressiert ihre linke Augenbraue hoch und sagen mit angeekeltem Blick: „Neein, unser Markt verfügt über keine eigene Toilettenanlage!“ (HALLO?!), oder man sondiert die Gegend hektisch nach einem Rastplatz ab. Toll ist auch, wenn man mitten in einer großen Menschentraube steht und in angespannte Stille hinein der Sprössling sein Bedürfnis kund tut. Peter musste gestern beim gemeinsamen Shopping-Eisessen-es-ist-Frühling-Ausflug in einer kleinen Boutique ganz dringend. Die Chefin machte ihm sogar noch persönlich die Tür zur Toilette auf. Doch Peter begutachte erst einmal ausführlich den Hausflur, in dem noch eine große Ladung Klamotten stand, die soeben geliefert worden war: „Da hättest Du aber ruhig mal aufräumen können.“ Undank ist der Welt Lohn.
Äbbes Kürzeres
Wie haben wir früher gelacht über das Äffle und das Pferdle, die 70-er-Jahre-Werbehelden der ARD. Wie sie Spagettis oder wohl eher Spätzle in sich hinein mampften und das Pferdle dumpf beißend zum Äffle im breitesten Schwabendeutsch sagte: „S’nächscht Mol kosch äbbes Kürzeres.“ (Für alle, die alles können außer Schwäbisch: „Das nächste Mal kochst Du etwas Kürzeres.“) Heute musste ich mich urplötzlich an die beiden Spaßgesellen erinnern. Unser Kind weiß, dass er sich ordentlich setzen muss, wenn er etwas isst. Heute klaute er sich ein Schokoküchlein und war zu faul, sich auf unsere Bistrostühle hochzuhiefen. Deshalb nahm er einen Klappstuhl, den wir für Spontangäste in der Speisekammer haben, und setzte sich darauf. Auf unsere Frage, warum er sich nicht den Hocker nimmt und viel bequemer auf die Theke sieht, antwortete er ganz keck: „Ich ess doch nur etwas Kurzes.“
Stammgäste oder nicht
Wir waren den ganzen Tag auf der Messe. Von Stuttgart heimwärts gibt es mal wieder Stau auf der B 27. Deshalb beschließen wir, kurz eine Rast einzulegen und eine Kleinigkeit zu essen – in einem türkischen Restaurant. Wir bestellen, müssen kurz warten. Peter entdeckt in der Ecke eine typische türkische Sitzecke mit vielen Kissen und Decken. Er will partout hier sitzen. Wir haben allerdings Angst vor fettigen Pommeshändchen mit viel Ketchup und erklären ihm ach wie weise, dass das der Platz für die Stammgäste ist und man hier nur sitzen darf, wenn man mindestens zweimal pro Woche kommt. Erst hadert Peter mit uns, warum wir kein Haus in die Nachbarschaft des Lokals bauen – wo es hier doch so ein schönes Sofa gibt und wir dann Stammgäste werden könnten. Dann kommen zwei Jungs rein, die sich in Ermangelung anderer Plätze auf Peters Wunschmöbeln nieder lassen. Peter brüllt durchs ganze Lokal: „He, seid Ihr etwa Stammgäste? Kommt Ihr mindestens zweimal pro Woche?“
Ganz schön viel Geld
Peter darf beim Bäcker zwei Brezeln selbst kaufen. Sie kosten 1,16 Euro. Ich gebe ihm 1,20 Euro. Er bekommt also noch vier Cent raus, in zwei Zwei-Cent-Stückchen. Voller Freude kommt er angerannt: „Maaami, das war viel zu viel.“ Munter beginnt er seinen kleinen Kindereinkaufswagen vollzuladen – mit Schokolade aller Art. Ich frage, was das wird. Peter mit dem normalsten Gesicht der Welt: „Ich muss doch den Rest vom Geld versorgen.“
Peter kommt aus dem Kindergarten. Ich frage, was er so gespielt hat. Er muss nicht lang überlegen: „Och, nicht so viel.“ Ich frage warum. Peter druckst etwas herum. Mir schwant wie immer nur das Schlechteste: „Musstest Du wieder alleine sitzen? Was hast Du heute wieder angestellt?“ – „Nein.“ Unser Dialog geht weiter. „Peter, was hast Du dann den ganzen Morgen gemacht, wenn Du nichts gespielt hast? Irgendwas musst Du doch gespielt haben.“ Peter entsinnt sich: „Jaaa, mit einer Trompete hab ich gespielt.“ – „Sonst mit nichts?“ Ich komme mir vor wie der Kommissar am Tatort. Peter ganz entnervt: „Mensch Mama, sonst muss ich doch wieder sooo viel aufräumen.“ Und in der Tat: Unser Sohn räumt wirklich nicht gern auf…
