Holz oder nicht Holz

Zahlen, Untersuchungen, Fachvorträge: Das neue Heizungssystem für das Schulzentrum sorgte im Nusplinger Gemeindrat zwar noch nicht für qualmende Kamine, wohl aber für rauchende Köpfe.

Nusplingen. Angeregt und kontrovers diskutierten die Bürgervertreter die beiden vorliegenden Optionen: Zum einen das von der Energieagentur in der November-Sitzung vorgestellte Blockheizkraftwerk, zum anderen eine Hackschnitzelanlage, die auf Anregung der Nusplinger Firma Kleiner in die Diskussion aufgenommen worden war.

Mit vor Ort waren nicht nur diverse Firmenvertreter und Fachleute, sondern auch eine ungewohnt große Anzahl von Bürgern, die die Ratsdebatte gespannt verfolgten. Im Vorfeld hatte eine Nusplinger Delegation das neu installierte BHKW in der Stettener Alemannenhalle besichtigt.

Soviel zur Vorarbeit, und um es gleich vorwegzunehmen: Die Entscheidung darüber, welcher Heizungstyp eingebaut werden soll, vertagten die Räte bis zur nächsten Sitzung. Generell lautete der Tenor, man wolle die Fülle von Zahlen, Fakten und Daten noch einmal sacken lassen. Fest steht jedoch erstens, dass die Nusplinger auf ein Ingenieurbüro verzichten wollen. Einerseits ginge dadurch wieder viel Zeit ins Land. Andererseits wisse ohnehin niemand, wie sich die Rohstoffpreise entwickeln. Alfons Kühlwein brachte seinen Standpunkt kurz und bündig auf den Punkt: „Diese Diskussion ist so etwas wie eine Glaubensfrage.“ Er sprach sich ohne Wenn und Aber für das BHKW aus: „Wir brauchen Wärme und Strom. Hier haben wir die Chance, beides zu erzeugen.“

Eine zweite Entscheidung fiel dennoch im Gremium. Nusplingen möchte nicht nur Schul- und Freizeitzentrum sowie das Lehrer-Mehrfamilienhaus an die neue Heizung anbinden, sondern auch Feuerwehrgerätehaus und Rathaus – allerdings nur, wenn das Land die beantragten Ausgleichsstockmittel bewilligt.

Im ersten Fachvortrag ging es am Freitag gleich um den alten bekannten, das BHKW, und zwar um eine mit Flüssiggas betriebene Anlage. Diese präsentierte Rolf Messerschmid von der Firma IES den Räten: „Blockheizkraftwerken gehören die nächsten Jahrzehnte.“ Kostenpunkt ohne Nahwärme: 70.000 Euro. Vorteil dabei: Man könnte die bestehende Ölheizung ins Konzept mit einbauen. Diese wäre dann erst in Schritt zwei gegen ein anderes System auszutauschen.

Die Hackschnitzelanlage wäre rund 100.000 Euro teurer. Vorteil hierbei für die Befürworter: Nusplingen könnte auf Brennmaterial aus den eigenen Wäldern zurückgreifen, gegebenenfalls sogar selbst Hackschnitzel produzieren. Die intakte Ölheizung müsste jedoch zumindest verkleinert werden.

Dieter Klingler von der Firma KWB, der gemeinsam mit einem Pool aus örtlichen Firmen ein Konzept entwickelt hatte, beharrte in deutlichen Worten auf dem heimischen Rohstoff Holz: „Wenn man in einem waldreichen Bundesland wie Baden-Württemberg nicht auf den Rohstoff Holz vertraut, wo soll man es dann sonst tun?“

kasi für Zollern-Alb-Kurier

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Tamara in der Bütt

Die kleinen Narren hatten traditionsgemäß am Fasnetssonntag in Nusplingen das Sagen. Außerdem gab es hohe Ehrungen für verdiente Narren.

Nusplingen. Die Kinderfasnet, organisiert von der Narrenzunft Tannenburg, bot ein kunterbuntes Programm für Groß und Klein – egal ob mit den Einradfahrern, Sketchen, den Kindergarten-Darbietungen oder Tanz. Natürlich fehlten auch das Kinder-Hanseleballett und eine Polonaise nicht, ganz Mutige ließen sich phantasievoll schminken. Tamara Ritter stieg sogar in die Bütt. Reißenden Absatz fanden freilich auch wieder die Wundertüten. So starteten die kleinen Indianer, Piraten, Hexen, Cowboys und Prinzessinnen lautstark in den Fasnets-Endspurt.

Hohe Ehrungen standen bei der Narrenzunft Tannenburg zudem auf dem Programm. Sichtlich überrascht erhielt Narrenchef Richard Braun im Rahmen des bunten Abends eine Auszeichnung von seinem Vize Josef Huber und Zunftrat Günter Willems. Er ist seit zehn Jahren Vorsitzender und war davor seit 14 Jahren im Ausschuss tätig – macht summa summarum 24 Jahre im Dienste der Nusplinger Narretei. Für soviel Einsatz gab es einen Reisegutschein und einen Weinkorb von den Zunftratskollegen. Zudem bekam Roland Horn für 15 Jahre Programmgestaltung am Bunten Abend einen Ehrenorden. Saskia Dett wurde für zehn Jahre mit der goldenen Tannenburg ausgezeichnet, Andreas Riemer für fünf Jahre mit der silbernen. Hans Klaiber, der Vorsitzende des Musikvereins, erhielt für die Begleitung seiner Musiker bei den Umzügen ebenfalls einen Ehrenorden.

kasi für Zollern-Alb-Kurier

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Blumenkinder und die Biene Maja

Da trieben am frühen Nachmittag nicht nur die Schneeflocken ihr Unwesen. Mit einem kunterbunten Umzug ging in Nusplingen die Fasnet lautstark und fröhlich zu Ende.

Nusplingen. Vom ganzen Heuberg waren Fußgruppen und Narrenwagen nach Nusplingen gereist – zusammen mit den heimischen waren es weit über 20 teilnehmende Vereine und Organisationen. Den Umzug führten Garde, Hansele und Westerbergteufel der Tannenburg an, danach ging es Schlag auf Schlag. Da bevölkerten hoheitsvolle Lady Libertys die Straßen, die kleinen Gärtner und Blumen des TSV gaben dem wirklich grauen Tag bunte Farbtupfer, dazu passten die Heidis und Peters vom MGV bestens. Selbst Spongebob, der alte Schwammkopf, war in den Narrenstaat Nuspilo gekommen und trieb ein bisschen Unterwasser-Wahnsinn mit den Gästen. Zum Glück gab es noch die überdimensionalen Handtaschen – ein Traum jeder Frau – in die jede Menge reinpasste. Lautstark begleitet wurde das phantasievolle Spektakel von Fanfarenzug und Musikverein, so dass die vielen Clowns, Hexen, Biene Majas, Cowboys, Gorillas und Indianer für ordentlich Stimmung in den Straßen und Gassen sorgten. Auch in Nusplingen suchten übrigens wieder diverse TV-Landwirte bei „Bauer sucht Frau“ die richtige Gattin, ob sie fündig wurden, ist allerdings nicht bekannt. Die „Heckataler Haldawaler“ hatten nach ihrem fulminanten Sieg beim TSV-Jedermannsturnier im Sommer sogar Security nötig und ließen sich noch einmal feiern. Ach ja, und natürlich musste auch in diesem Jahr der Saukögel dran glauben.

kasi für Zollern-Alb-Kurier

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Krauses Zahltag wackelt

Wenn die 1A-Hähnchen leise wispern und Hausmeister Krauses Glatze blendet, kann das nur eines bedeuten: Fasnet in Nusplingen. Narri, Narro!

Nusplingen. Da wurden Schlitten, zu Düsenjägern, das örtliche Lehrschwimmbecken geriet zum gefährlichen Abenteuerland – beim bunten Abend der Narrenzunft Tannenburg blieb kein Auge trocken. Das einfache Rezept für Spaß und Heiterkeit bestand auch in diesem Jahr aus alt bekannten Zutaten: Gardetänzen, der traditionellen Brauchtumsaufführung sowie dem Auftritt des Fanfarenzugs. Dazu kam in feiner Dosierung viel Lokalkolorit in Gestalt der zwei Büttenredner, Roland „Zewe“ Horn und Hausmeister Krause alias Andreas Riemer. Durchs Programm führte bewährt-routiniert Bruno Lachmann.

Doch eins nach dem anderen. Nach der FZ-Eröffnungsfanfare und der zackig-kurzen Begrüßung von Zunftmeister Richard Braun ging es Schlag auf Schlag in der liebevoll dekorierten Nusplinger Narrhalla. Als lustige Zwerge verkleidet, tanzte die mittlere Garde, der Fanfarenzug brachte Schwung in den Saal, und die Gardemädels warfen die Beine hoch beim Marschtanz. Danach stieg Hausmeister Krause in die Bütt und plauderte so manches gut gehütete Geheimnis aus. In Kauf nahm der wuselige Gemeindebedienstete in Cordhut und blauem Arbeitskittel sogar die Tatsache, dass „mein Zahltag wackelt“. Erwähnte er doch freimütig, welche Qualitäten der Rathauschef als Gastgeber für die polnischen Gäste an den Tag gelegt hatte. Manch ein Gast, übertrieb Herr Krause schamlos, sei als Eiszapfen heim nach Schlesien gereist. „Nie den Schlüssel von innen stecken lassen“, riet er dem Bürgermeister mit erhobenem Zeigefinger: „Dann kommen die Gäste auch ins Haus.“

Neuen Pfiff hatte die Brauchtumsvorführung bekommen: Der Westerberghannes beherbergte in diesem Jahr ein fesches Dirndl-Fräulein auf seinen Hof, mit dem er gar ein flottes Tänzchen wagte. Nach so viel Übermut verschwand der arme Bergbauer in diesem Jahr direkt vor den Augen des Publikums im Höllenschlund. Auch Büttenredner Roland Horn hieb in die Vollen. Ganz schick in kurzen Hosen – wer es tragen kann – zog er so manchen Zeitgenossen durch den Kakao und sparte auch nicht mit Lebensweisheiten: „Verheiratete leben nicht länger – es kommt ihnen nur länger vor.“

Die Nusplinger Garde brillierte in diesem Jahr mit einem raffinierten, temporeichen und akrobatischen Katzentanz, das Herrenballett schickte dem Westerberghannes die ganze Riege der RTL-Berater auf den Hof, egal ob Schuldnerberater oder Super-Nanny. Keine Frage, dass sich der wackere Nusplinger Bauer seine dralle Blondine bei „Bauer sucht Frau“ suchen musste. Als sich der Schuldnerberater mit Teufelshörnchen in die Nusplinger Rush-Hour verabschiedete, stieg eine Stimmungsrakete nach der anderen.

kasi für Zollern-Alb-Kurier

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Ahoi und ein Schlecht-Wetter-Picknick

Ein großes Piratenschiff stach am Samstagmittag von Nusplingen aus in See: „Ahoi“ hieß es an Bord des „Gesunden Boots“.

Nusplingen. Der Kindergarten der Bäratalgemeinde nimmt in diesem Jahr an einem Programm der Landesstiftung Baden-Württemberg teil, das Kindern den Spaß an Ernährung und Bewegung vermitteln will. „Komm‘ mit in das Gesunde Boot“ – gemeinsam mit Erzieherinnen und Eltern gehen die kleinen Gesundheitspiraten im Bewegungsmodul „locker hüpfen und lustig spielen“ auf eine spannende Schifffahrt, das auf spaßige Weise die koordinativen und konditionellen Fähigkeiten der Kleinen fördert. Den Nusplinger Kindern und ihren Erzieherinnen zur Seite steht Projekt-Bewegungsfachfrau Carola Kellner, die das Ganze begleitet.
Das Nusplinger Boot indes war am Samstag gut beladen mit erwartungsfrohen Kids und deren Eltern. So ein bisschen erinnerte das Szenario im Kindergarten Sankt Josef im närrischen Nuspilo ein wenig an die nahende fünfte Jahreszeit: kleine Seeräuber, tapfere Piraten, Augenklappen, zottelige Bärte, Stulpen-Stiefel, gestreifte Tücher und sogar eine gehisste Totenkopf-Fahne! Aber keine Sorge, das muntere Seevölkchen kämpfte friedlich und mutig, ganz ohne Waffen, aber mit viel Körpereinsatz.
Alt und jung arbeitete mit fliegenden Händen dafür, akribisch in Gruppen eingeteilt, die Schatztruhen zu füllen, man las aufmerksam die Flaschenpost, faltete Hüte und Papierbote, angelte Fische, maß die eigene Körperlänge und tanzte zum Piratensong. Die einzelnen Teams bastelten sogar eigene Piratenfahnen und einen Schleuderball – für besseres Wetter und den Einsatz draußen.

Und weil der Abstecher mit dem „Gesunden Boot“ der Landesstiftung Groß und Klein so viel Appetit gemacht hatte, gab es danach im Kindergartensaal ein echtes Picknick. Denn wer sagt, dass man nur im Sommer picknicken kann?

kasi für Zollern-Alb-Kurier

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Wassermann meets Uhutube

Dass die Hartheimer Michele stets herzliche Gastgeber sind, scheint sich herumzusprechen.

Hartheim. Über 30 Gruppen und unzählige erwartungsfrohe Zuschauer verwandelten am Samstag den Meßstetter Ortsteil in einen Fasnetsflecken, überall wurde geschunkelt und gesungen, Dorffasnet von ihrer schönsten Sorte. So viele Gruppen wie noch niemals zuvor und trotz des nasskalten Wetters viele, viele Besucher – kein Wunder also, dass die ohnehin so fröhlichen Michele mit Lachen gar nicht mehr aufhören wollten.

Ein kunterbunter, närrischer Lindwurm schlängelte sich durch die „Hartheimer City“, fachkundig moderiert von Thorsten Steidle. Dieser war übrigens auch Anlass dafür, dass so mancher aus dem Narrentross am Festwagen kurz ausscheren musste, denn der Michele-Kommentator feierte just am Samstag Geburtstag. Vom Gesangverein, ganz edel als Kartenzocker verkleidet, gab es deshalb sogar ein Spontan-Ständchen und ein Schnäpsle. Gruppen aus sämtlichen Nachbargemeinden waren „ge Harda“ gekommen – egal ob aus Obernheim, Heinstetten, Heidenstadt, Schwenningen oder Nusplingen. Dazu die zahlreichen Hartheimer Vereine und Institutionen selbst, die phantasievolle Kostüme entworfen hatten – und fertig war der Fasnetsspaß. Da trafen langhaarige Samurai-Kämpfer auf pausenlos die Friedenspfeife rauchende Indianer, auf Uhutuben, auf die Tankwarte, die gegen die Ölkrise wetterten, auf Gondeln steuernde Venezianer oder die leuchtend-blauen Wassermänner des Kindergartens. Und damit ja niemandem was passierte, war der Ersthelfer-Trupp der Obernheimer 20-er selbstverständlich ebenfalls vor Ort, half gern mit einer Spritze oder hörte die Herztöne ab. Selbstverständlich nur zur Sicherheit.

kasi für Zollern-Alb-Kurier

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Leiche zur Vorspeise

Eine Leiche zur Vorspeise, eine verarmte Witwe und ein verblichener Starkoch mit dem wunderschönen Namen Safran Spirelli: die spannenden Zutaten fürs Krimidinner im Hotel Linde.

Ebingen. Was bitte ist hier los? Ratlose Gesichter bei den fein gewandeten Gästen. Zwei Security-Mitarbeiter filzen die Besucher gleich am Eingang, blinzeln neugierig in Damen-Beutelchen und Brillenetuis, untersuchen Mäntel und fragen sehr viel, unverkennbar mit italienischem Zungenschlag: „Sie habe bestimmt Waffe dabei? Musse ich gleich kontrollieren…“.

Während das Wachpersonal für einigermaßen Unruhe sorgt, empfängt Hubertus Würzbier, der Vorsitzende des Clubs der Köche und Kulinariker, seine Mitglieder jovial und wortgewandt. Alle sind gekommen zur Auktion kostbarer Sammelstücke des unlängst verstorbenen Safran Spirelli. Diese Versteigerung hat sozusagen karitativen Hintergrund: Sie soll der armen Witwe Gina zu neuem Reichtum verhelfen, denn das Vermögen des Starkochs ist wie vom Erdboden verschluckt. Edle Weine und feines Essen kitzeln dabei den Gaumen der Gäste – schließlich sollen sie ja ordentlich Geld liegen lassen für die begehrte Kochlöffel-Sammlung, die kostbaren Getränke-Untersetzer oder das Spirelli-Selbstbildnis.

Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Noch vor der – mit Schlafbrillen, also in kompletter Dunkelheit verzehrten – safranreichen Vorspeise gibt es eine zweite (blinzelnde!) Leiche. Verdächtig ist grundsätzlich jeder, und plötzlich – nun ja, was ist eigentlich Spiel, was nicht? Mord und Totschlag – jeder in der „Linde“ ist mittendrin. Zumal im Laufe des Abends auch noch Edgar Knorrfix, ein angereister Fernsehkoch, mies nieder geprügelt wird.

Der Gast wird direkt am Tatort zum Ermittler, zum Verdächtigen, zum Zeugen. Die Schauspieler mischen das Ganze munter auf und nehmen mittendrin sogar Platz an der edel gedeckten Tafel! Und welche Rolle spielt eigentlich Hubertus Würzbier, der so charmant die bezaubernde Witwe umgarnt? Und Spirellis einstige Sekretärin, die verhuschte Schnapsdrossel Elena Fussili? Fragen über Fragen, die den rätselnden Gästen bei Tartar, Perlhuhn und Limonentarte etliches Kopfzerbrechen bereiten…

Am Schluss, nun ja, da ist alles ganz einfach. Hubertus Würzbier heißt im wirklichen Leben James Arndt und ist wie seine Kollegen Anne Grießer, Curry Dinse, Heike Witt, Stefan Schäuble und David Bürkle Ensemble-Mitglied der bekannten Freiburger „Mordsdamen“. Und diese haben regelmäßig das delikate Krimidinner auf ihrer erlesenen Speisekarte. Und Spirellis Vermögen? Das wird nicht verraten.

kasi für Zollern-Alb-Kurier

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Buffy Ettmayer kommt auf Besuch

Aus ganz Deutschland kommen Ende Juli Fans des VfB Stuttgart ins Bäratal. Der neue Nusplinger Fanclub „Bärastark“ hat das traditionsreiche Fanclub-Turnier in den Ort geholt.

Nusplingen.  Auch eine Reihe alt gedienter VfB-Stars hat ihren Besuch angekündigt – für den gut ein Jahr alten Fanclub ist solch eine Mammutveranstaltung freilich ein Großprojekt. Dennoch geht der Vorstand um Clubchef Ralf Riedlinger frohen Muts an die Sache heran. Bewährte Hilfe zugesagt hat dem Fanclub der TSV Nusplingen, der für das Festwochenende, 24. bis 26. Juli, seine komplette Anlage zur Verfügung stellt.

Das Turnier der OFC, also der Offiziellen VfB-Fanclubs, gibt es schon seit vielen Jahren. Teams mit blumigen Namen wie „You’ll never walk alone“, „Wasenhobbears“ oder die „Stuttgarter Treuen“ gehen dabei an den Start und treten ausnahmsweise einmal selbst gegen den Ball. Keine Frage, dass dabei Spaß und Geselligkeit nicht zu kurz kommen. Doch vor diesem Fußball-Vergnügen steht für die Nusplinger jede Menge Arbeit. Seit der Zusage von Ralph Klenk, dem Fanbetreuer, beschäftigen sich die VfB-Supporter mit dem Turnier. Sie kümmern sich um das Rahmenprogramm, den Turnierplan, den organisatorischen Ablauf und die Verpflegung ihrer Fanclub-Kollegen. Die meisten Gäste bringen Zelte mit. Doch auch die Nusplinger Gastronomie hat ihre Unterstützung zugesagt, genauso der Albverein mit der „Nusplinger Hütte“. Freiwillige Helfer sind dennoch jederzeit willkommen.

Denn schon jetzt, gut fünf Monate vor dem Großereignis, haben sich 13 Teams und knapp 200 Besucher mit knapp 30 Zelten angemeldet – Tendenz täglich steigend. Kein Wunder also, dass bei Ralf Riedlinger ständig das Telefon klingelt und er Auskunft darüber geben muss, wo Nusplingen überhaupt liegt… Spannenderweise melden sich auch viele Fanclubs aus dem deutschen Osten und bekunden ihr Interesse an der Veranstaltung. Ein Team wird jedoch mit besonderer Aufmerksamkeit erwartet, und das ist die VfB-Traditionsmannschaft. Hier zeigen alte VfB-Ballartisten wie Günther Schäfer, Peter Reichert, Buffy Ettmayer, Hansi Müller sowie das einstige Bundesliga-Brüderpaar Bernd und Karlheinz Förster ihre Kabinettstückchen. Das Traditionsteam tritt pro Jahr nur noch zehn, 15 Mal gegen den Ball – im Juli im Nusplinger „Brünnele-Stadion“.

Der Fanclub „Bärastark“ indes freut sich nach der Pokalpleite über den gewonnenen Rückrundenauftakt, den der VfB am Samstag gegen Gladbach hingelegt hat. Spätestens beim nächsten Heimspiel ist wieder eine Delegation aus dem Bäratal in der Cannstatter Kurve zugegen, um ihre Jungs anzufeuern.

kasi für Zollern-Alb-Kurier

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Sandra macht eine gute Figur

Eine Karriere als Model schwebt Sandra Mauch von den Nusplinger Harthöfen zwar nicht vor, am Freitag machte die 21-jährige beim „Fröhlichen Feierabend“ im Südwest-Fernsehen dennoch eine gute Figur.

Nusplingen. Dort waren alle Kalendermodels des aktuellen Oberschwäbischen Bäuerinnenkalenders“ eingeladen (wir berichteten). Entspannt plauderten die Mädchen mit Moderator Hansy Vogt über ihre Stippvisite in der Modelbranche, berichteten über nette Anekdoten und schöne Begebenheiten bei der Produktion des Kalenders. Hansy Vogt indes hatte zweimal das Nachsehen: Zuerst verwechselte er die Mist- mit der Heugabel, und dann ließ ihn der herzhafte Händedruck eines Mädchens tief in die Knie gehen.

kasi für Zollern-Alb-Kurier

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Radweg tourt los

Um jede Menge Zahlen und wieder einmal um den Dauerbrenner „Radweg“ ging es am Freitag im Nusplinger Gemeinderat. Es fielen deutliche Worte.

Nusplingen. Doch zunächst stand zum einen der Jahresbericht für 2008 auf der Tagesordnung, zum anderen folgte die Verabschiedung des Haushalts fürs laufende Jahr. Neben jeder Menge Statistik zum Gemeindeleben lieferte Bürgermeister Alfons Kühlwein ein paar Eckdaten zu den Gemeindefinanzen 2008. Die Zuführungsrate liegt rund 350.000 Euro über dem Planansatz.

Geringfügige Änderungen brachte die Verabschiedung des Haushaltsplans für 2009. Der gesamte Etat beläuft sich jetzt auf 3,558 Millionen Euro, davon knapp 3,262 Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Grund für die minimalen Veränderungen: Kämmerer Hans Hager hat inzwischen Verechnungen, Zinsen und Abschreibungen aktualisiert. Die Verabschiedung des Wirtschaftsplans für den Eigenbetrieb Wasserversorgung ging wie der Etat anstandslos durch.

Ein rotes Tuch für die Nusplinger – nun gibt es Neues bezüglich des Durstrecken-Projekts Radweg, für das jetzt das Regierungspräsidium Tübingen verantwortlich zeichnet. So wie es aussieht, wird die Trasse von Nusplingen in Richtung Bärenthal endlich in Angriff genommen. Begonnen wird mit der Brücke. Lorenz Ritter und eine ganze Reihe seiner Ratskollegen teilten den Optimismus von Bürgermeister Kühlwein nicht ganz. „Wenn eine Brücke gebaut wird, kommt wohl auch der Rest? Ansonsten wäre das ja ein Schildbürgerstreich“, unkte beispielsweise Ritter mit Galgenhumor. Im Übrigen halte er von „Gummi-Zusagen“ überhaupt nichts: „Wir müssen darauf drängen, dass wir die Zusage bekommen, dass der Radweg binnen zwei Jahren gebaut wird.“

Sichtlich angenervt reagierte auch Klaus Schlude: „Darf man fragen, woran es hängt? Man kann doch nicht fünf Jahre planen, und dann sagen: Wir sind noch nicht fertig.“ Wie Alfons Kühlwein ausführte, ist wohl der so genannte Landschaftspflegerische Begleitplan ein Knackpunkt: „Da können wir alle noch was lernen über die ganzen Pflanzen und Tiere am Wegesrand.“ Die Frage aus dem Gremium, ob man nachgehakt habe, bejahte der Schultes vehement: „Die Korrespondenz füllt viele Ordner. Da könnten Sie im Winter mit anfeuern.“

Eine gute Nachricht nach diesem Groll gab es auch noch: „Eine Kostenbeteiligung durch die Gemeinde Nusplingen ist nicht gegeben“, so hieß es im Amtsdeutsch, was allenthalben mit Skepsis aufgenommen wurde. Weil der Gemeinde damit offenbar ihr „Ausgleichsstock-Projekt“ wegfällt; jetzt will sie sich darum bemühen, diese Gelder für den wärmetechnischen Anschluss des Feuerwehr-Gerätehauses und des Rathauses ans neue Blockheizkraftwerk im Schulzentrum zu bekommen. Zudem genehmigte der Gemeinderat etliche Spenden und nahm zur Kenntnis, dass sich der Mobilfunk-Anbieter O2 wie seine Mitbewerber auf der Roßberg-Anlage „niederlassen“ möchte. Ferner stimmte das Gremium zu, ein neues Forstfahrzeug mit 2000 Euro zu bezuschussen.

kasi für Zollern-Alb-Kurier

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